

Beckenboden Inkontinenz
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Der Beckenboden ist ein komplexes Zusammenspiel aus Muskeln, Faszien, Bindegewebe und Nerven und erfüllt zahlreiche wichtige Aufgaben. Er unterstützt die Becken- und Bauchorgane, trägt wesentlich zur Kontrolle von Blase und Darm bei und spielt auch bei Atmung, Haltung, Bewegung und Sexualität eine wichtige Rolle.
Gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht, können ganz unterschiedliche Beschwerden entstehen. Dazu gehören ungewollter Harn-, Stuhl- oder Windverlust, häufiger oder plötzlicher Harndrang, Schwierigkeiten bei der Entleerung von Blase oder Darm sowie Druck- oder Fremdkörpergefühle im Becken. Auch Senkungsbeschwerden oder Schmerzen im Beckenbereich und beim Geschlechtsverkehr können mit einer veränderten Beckenbodenfunktion zusammenhängen.
Inkontinenz kann sich dabei ganz unterschiedlich zeigen: Manchmal gehen beim Husten, Niesen, Lachen oder Sport nur wenige Tropfen Urin verloren, manchmal entsteht plötzlich ein so starker Harndrang, dass die Toilette nicht rechtzeitig erreicht werden kann. Auch das Gefühl, Stuhl oder Winde nicht ausreichend kontrollieren zu können, gehört dazu. Ebenso können Entleerungsstörungen wie ein verzögerter Harnstart, ein schwacher oder unterbrochener Harnstrahl oder das Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung auftreten.
Beckenbodenbeschwerden bedeuten jedoch nicht automatisch, dass der Beckenboden „zu schwach“ ist. Auch eine erhöhte Muskelspannung, fehlende Entspannungsfähigkeit, eine beeinträchtigte Wahrnehmung oder eine gestörte Koordination können Beschwerden verursachen. Veränderungen können unter anderem nach Schwangerschaft und Geburt, bei hormonellen Veränderungen, nach Operationen, durch chronische Belastungen oder im Zusammenhang mit Sport auftreten.
Viele Menschen empfinden Beschwerden rund um Blase, Darm und Beckenboden als unangenehm oder schambehaftet und sprechen lange nicht darüber. Inkontinenz muss jedoch weder nach Schwangerschaft und Geburt noch mit zunehmendem Alter einfach hingenommen werden. Je nach Ursache gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Funktion von Beckenboden, Blase und Darm gezielt zu unterstützen und Beschwerden zu verbessern.
Eine individuelle Abklärung hilft dabei, die Ursache deiner Beschwerden zu verstehen und die für dich passende Unterstützung zu finden. Dabei geht es nicht ausschließlich um Kräftigung, sondern um das Zusammenspiel von Wahrnehmung, Kraft, Entspannung und Koordination sowie die Integration des Beckenbodens in deinen Alltag.
Erfahre im nächsten Schritt, wie dich die unterschiedlichen Fachbereiche unterstützen können.
Deine Ansprechpartnerinnen
Wiltrud Wachter
Allgemeinmediziner &
Familienmedizin
Dieser Inhalt wird derzeit ergänzt und steht in Kürze zur Verfügung.
Pia Anewanter
Physiotherapie & Sportwissenschaft
Ziel der Physiotherapie ist es, die physiologische Funktion von Beckenboden, Blase und Darm bestmöglich zu unterstützen, Beschwerden zu verbessern und dir mehr Sicherheit im Alltag zu geben. Am Beginn der Therapie stehen eine ausführliche Anamnese und idealerweise ein BeckenbodenCheck („BeBo-Check“). Dabei beurteilen wir die Funktion deines Beckenbodens und der tiefen Bauchmuskulatur – unter anderem Ansteuerungsfähigkeit, Kraft, Ausdauer, Entspannungsfähigkeit und das Zusammenspiel der Muskulatur.
Mithilfe von Ultraschall und Biofeedback kann die Muskelaktivität sichtbar gemacht werden. So lernst du, deinen Beckenboden und deine tiefe Bauchmuskulatur besser wahrzunehmen und gezielt anzusteuern.
Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist außerdem, zu verstehen, wie Beckenboden, Blase und Darm zusammenspielen und wodurch deine Beschwerden entstehen können. Darauf aufbauend entwickeln wir individuelle Strategien für deinen Alltag. Dazu gehören je nach Bedarf ein angepasstes Beckenbodentraining, Atem-, Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen sowie praktische Empfehlungen zum Toilettenverhalten und zur optimalen WC-Position.